B) Geben ist ein Werk der Gnade
In den Versen 7-8 ermutigt Paulus die Korinther zum Geben. Er sagt ganz unmissverständlich, dass er keine Befehle geben will. Schlussendlich liegt die Entscheidung bei den Korinthern, ob und wieviel sie geben werden. Unter dem Gesetz war dies nicht möglich. Die Menschen hatten keine Wahl und waren verpflichtet, den ‘Zehnten’ zu geben. Jetzt aber leben wir unter der Gnade, und da dürfen wir selber entscheiden, ob und wieviel wir geben wollen. Paulus motiviert uns zum Geben, aber es besteht kein Zwang.
D) Geben ist ein Test unserer Liebe zu Gott
In Vers 8 zieht Paulus noch einmal den Vergleich zu den mazedonischen Christen. Die Korinther sollen deren Situation mit ihrer eigenen vergleichen. Korinth war eine reiche Stadt, und die Gläubigen dort waren nicht so arm, wie die Mazedonier. Paulus motiviert die Korinther. Sie sollen in ihrer Liebe und Großzügigkeit mit den Mazedoniern gleichziehen. Dadurch wird auch die Echtheit ihrer Liebe auf die Probe gestellt. Das ist ein Test, dem auch wir uns stellen können: sind unsere Herzen von Liebe und Großzügigkeit geprägt. Erfreuen wir uns daran, wenn Gottes Reich gebaut wird?
E) Triff eine Entscheidung, wieviel Du geben willst, und dann halte dich daran
Die nächsten Aussagen sind sehr interessant. Paulus sagt in den Versen 10-11, dass die Korinther nicht nur das Verlangen hatten zu geben, sondern dass sie dies auch praktisch umsetzten. Sie haben diese Entscheidung aus freien Stücken und ohne Zwang getroffen. Dann kam irgendwann der Punkt, wo sie aufhörten zu geben. Paulus erinnert die Korinther an ihre Entscheidung, und er ermutigt sie, ihr Versprechen zu Geben auch weiterhin einzuhalten. Hieraus können wir ein weiteres Prinzip ableiten: triff eine konkrete Entscheidung, wieviel du geben willst, und dann halte Dich daran.
F) Gib entsprechend nach deinen Möglichkeiten
Sind Christen wirklich verpflichtet 10% ihres Einkommens zu geben? Wir haben bereits ausführlich betrachtet, dass dies nicht der Fall ist. Und hier finden wir eine weitere Bestätigung dafür. Paulus sagt in Vers 12, dass “die Bereitwilligkeit willkommen ist, nach dem, was sie hat, und nicht nach dem, was sie nicht hat.” Das bedeutet nichts anderes, als dass man entsprechend seiner Möglichkeiten gibt und nicht darüber hinaus. Die englischen Bibelübersetzungen sind an dieser Stelle noch etwas deutlicher: vgl. Vers 12 NIV, siehe auch Vers 12 KJV, und vgl. auch ‘Hoffnung für alle’. Wenn man nur über ein geringes Einkommen verfügt, wird man kaum in der Lage sein, viel zu geben. Paulus weiß davon, und er will natürlich nicht, dass man aufgrund seines Gebens selbst in Not gerät (siehe Vers 13). Das sind klare Worte, auf die auch wir in unseren Gemeinden hören sollten. Da wo noch immer der ‘Zehnte’ gepredigt wird, geraten oft ärmere Geschwister innerlich in große Bedrängnis, weil sie einfach nicht über die Mittel verfügen, um 10% davon abzugeben. Wie befreiend ist da die Botschaft des neuen Bundes. Wir stehen nicht mehr unter dem Gesetz, sondern wir geben entsprechend nach unseren Möglichkeiten.
Wie funktioniert das praktisch? Normalerweise ist es ja oft so, dass man während der Woche kaum daran denkt, wieviel Geld man am nächsten Sonntag in die Kollekte geben möchte. Daher gibt man meistens nur noch den kläglichen Rest, der von der Woche oder gar des Monats übrig ist – falls dann überhaupt noch etwas übrig ist. Wenn man aber dass Werk des Herrn vor Augen hat, sollte man bewusster im Gebet an die Sache herangehen. Bete über deine finanzielle Situation. Bitte den Herrn, dass er dir aufzeigt, wieviel du geben sollst, und dann triff eine Entscheidung. Wenn man einen Betrag festgelegt hat, ist es ratsam, diesen gleich zu Beginn des Monats für die Sache des Herrn zu spenden. So ist gewährleistet, dass man auch das einhält, was man dem Herrn verspricht. Dabei kann das Einrichten eines Dauerauftrages bei der Bank eine Hilfe sein (ist aber kein Muss). Sollte dann immer noch am Ende des Monats etwas übrig bleiben, besteht nach wie vor die Möglichkeit, davon etwas in den Klingelbeutel zu geben.
G) Geiz ist nicht geil
Wir alle haben noch die Werbung von Saturn im Ohr: Geiz ist geil. Paulus ist da anderer Meinung. Er ermutigt die Korinther zur Großzügigkeit. Ihre Gabe soll eine ‘Gabe des Segens’ werden. Korinth ist ja eine reiche Stadt, und daher sind die Gläubigen in der Lage, großzügig zu geben. So gesehen wäre es für die Korinther peinlich, wenn die ärmeren Mazedonier sehen würden, dass sie so wenig geben. Wer großzügig gibt, wird auch viel Segen ernten siehe (9,5 – 9,6).
H) Gib, was du dir in Deinem Herzen vorgenommen hast
Unter dem Gesetz war man verpflichtet, den ‘Zehnten’ zu geben. Laut Vers 7 haben wir jetzt die Wahl und treffen ganz ohne Zwang in unserem Herzen die Entscheidung, wieviel wir geben werden. Wir beten und bitten Gott, dass er uns durch seinen Geist Klarheit schenkt, damit wir die richtige Entscheidung treffen können.
I) Gott liebt einen fröhlichen Geber (Vers 7)
Fröhlich werden wir, wenn wir uns bewusst machen, was Gott alles für uns getan hat und womit er uns täglich segnet. Fröhlich können wir auch sein, über die Art und Weise, wie Gott unsere Gaben zu seiner Ehre einsetzt. Da wir nicht mehr unter dem Gesetz leben, sind wir überhaupt erst in der Lage, fröhlich zu geben.
J) Geben bringt Segen
In den Versen 8-11 zeigt Paulus den Segen auf, den Gott bereit hält, wenn man ein fröhlicher Geber ist. Gott ist in der Lage, uns alles zu geben, was wir brauchen.
K) Geben ist ein Ausdruck der Dankbarkeit
In Vers 12 spricht Paulus noch einmal unsere Herzenshaltung an. Es geht nicht nur ums Geben, damit anderen geholfen wird. Im Geben kommt unsere Dankbarkeit zum Ausdruck. Gott hat das Kostbarste gegeben, um uns einen Platz in der Ewigkeit bereiten zu können. Er hat dafür mit einem teuren Preis gezahlt – mit dem Leben seines Sohnes Jesus Christus. Wenn wir mit ganzem Herzen geben, dann ist dies einfach nur ein Weg, um Dank zu sagen. Dank für die Erlösung. Dank aber auch für das Vorrecht, mit unseren Finanzen an Gottes Werk beteiligt sein zu dürfen. Haben wir diese Haltung?



