1) Abraham (1. Mose 14:18-20)
Das erste oft zitierte Beispiel bzgl. des ‘Zehnten’ ist Abraham (damals noch Abram). In 1. Mose 14 wird von einem Krieg berichtet, in dem 4 Könige gegen 5 Könige in die Schlacht zogen. Es wird berichtet, dass die Könige von Sodom und Gomorra stark geschwächt wurden und fliehen mussten. Die Feinde plünderten deren Städte und raubten u.a. auch Abrams Neffen Lot. Durch einen Überlebenden hörte Abram von dem Vorfall. Er beschloss, das Feindeslager in der Nacht mit 318 Männern zu überfallen und seinen Neffen zu befreien. Das Vorhaben gelang, und auf dem Rückzug trafen Abram und seine Männer auf Melchisedek dem König von Salem. In 1. Mose 14,18-20 wird diese Begegnung geschildert:
18 Und Melchisedek, König von Salem, brachte Brot und Wein heraus; und er war Priester Gottes, des Höchsten. 19 Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde geschaffen hat! 20 Und gesegnet sei Gott, der Höchste, der deine Bedränger in deine Hand ausgeliefert hat! – Und Abram gab ihm den Zehnten von allem.
Hier ist für viele Christen der Beweis, dass Abram den ‘Zehnten’ gab. Dies scheint auf den ersten Blick ganz offensichtlich zu sein. Die Frage jedoch ist, wovon gab er 10% ? Der Text sagt “von allem”. Betraf das auch den ganzen persönlichen Besitz von Abram? Wohl kaum, denn in dieser Situation hatte er seinen persönlichen Besitz zurückgelassen, um seinen Neffen Lot zu retten. Daher stellt sich vielmehr die Frage, ob er 10% von all dem gab, was er bei dem Überfall auf das feindliche Lager geplündert hatte. Mit anderen Worten: ging es hier um die Kriegsbeute? Die Bestätigung dafür gibt uns der Hebräerbrief. Dort befindet sich in Kapitel 7 ein Abschnitt über Melchisedek. U.a. wird über Melchisedek folgende Aussage gemacht (Heb 7,4):
4 Schaut aber, wie groß dieser ist, dem Abraham, der Patriarch, den Zehnten von der Beute gab.
Er gab ihm also 10% von der Beute. Auffällig ist auch, dass das Geben des ‘Zehnten’ eine einmalige Sache war. An keiner anderen Stelle in der Bibel wird nämlich je wieder erwähnt, dass Abraham den ‘Zehnten’ gab. Bleibt noch zu erwähnen, dass er die übrigen 90% der Kriegsbeute ebenfalls nicht behielt, sondern sie dem König von Sodom zurück gab, der ja der ursprüngliche Eigentümer war. Trotzdem wird heutzutage oft gelehrt, dass Abraham in Bezug auf den ‘Zehnten’ hier unser Vorbild sein soll. Dabei werden die soeben erwähnten Hintergründe jedoch völlig außer acht gelassen. Um es humorvoll zu sagen: wenn uns Abraham in Bezug auf den ‘Zehnten’ wirklich als Vorbild dienen sollte, dann müssten wir zunächst einmal einige Feinde ausplündern und dann den ‘Zehnten’ von der Beute geben – eine vollkommen absurde Vorstellung.
Das erste oft zitierte Beispiel bzgl. des ‘Zehnten’ ist Abraham (damals noch Abram). In 1. Mose 14 wird von einem Krieg berichtet, in dem 4 Könige gegen 5 Könige in die Schlacht zogen. Es wird berichtet, dass die Könige von Sodom und Gomorra stark geschwächt wurden und fliehen mussten. Die Feinde plünderten deren Städte und raubten u.a. auch Abrams Neffen Lot. Durch einen Überlebenden hörte Abram von dem Vorfall. Er beschloss, das Feindeslager in der Nacht mit 318 Männern zu überfallen und seinen Neffen zu befreien. Das Vorhaben gelang, und auf dem Rückzug trafen Abram und seine Männer auf Melchisedek dem König von Salem. In 1. Mose 14,18-20 wird diese Begegnung geschildert:
18 Und Melchisedek, König von Salem, brachte Brot und Wein heraus; und er war Priester Gottes, des Höchsten. 19 Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde geschaffen hat! 20 Und gesegnet sei Gott, der Höchste, der deine Bedränger in deine Hand ausgeliefert hat! – Und Abram gab ihm den Zehnten von allem.
Hier ist für viele Christen der Beweis, dass Abram den ‘Zehnten’ gab. Dies scheint auf den ersten Blick ganz offensichtlich zu sein. Die Frage jedoch ist, wovon gab er 10% ? Der Text sagt “von allem”. Betraf das auch den ganzen persönlichen Besitz von Abram? Wohl kaum, denn in dieser Situation hatte er seinen persönlichen Besitz zurückgelassen, um seinen Neffen Lot zu retten. Daher stellt sich vielmehr die Frage, ob er 10% von all dem gab, was er bei dem Überfall auf das feindliche Lager geplündert hatte. Mit anderen Worten: ging es hier um die Kriegsbeute? Die Bestätigung dafür gibt uns der Hebräerbrief. Dort befindet sich in Kapitel 7 ein Abschnitt über Melchisedek. U.a. wird über Melchisedek folgende Aussage gemacht (Heb 7,4):
4 Schaut aber, wie groß dieser ist, dem Abraham, der Patriarch, den Zehnten von der Beute gab.
Er gab ihm also 10% von der Beute. Auffällig ist auch, dass das Geben des ‘Zehnten’ eine einmalige Sache war. An keiner anderen Stelle in der Bibel wird nämlich je wieder erwähnt, dass Abraham den ‘Zehnten’ gab. Bleibt noch zu erwähnen, dass er die übrigen 90% der Kriegsbeute ebenfalls nicht behielt, sondern sie dem König von Sodom zurück gab, der ja der ursprüngliche Eigentümer war. Trotzdem wird heutzutage oft gelehrt, dass Abraham in Bezug auf den ‘Zehnten’ hier unser Vorbild sein soll. Dabei werden die soeben erwähnten Hintergründe jedoch völlig außer acht gelassen. Um es humorvoll zu sagen: wenn uns Abraham in Bezug auf den ‘Zehnten’ wirklich als Vorbild dienen sollte, dann müssten wir zunächst einmal einige Feinde ausplündern und dann den ‘Zehnten’ von der Beute geben – eine vollkommen absurde Vorstellung.
Welche Beobachtungen machen wir hier, und was können wir von Abraham wirklich lernen?:
- Abraham gab aus freien Stücken und ohne Zwang. Er selbst traf die Entscheidung zu geben, und es gab kein Gesetz, welches ihn dazu verpflichtet hätte. Das ist im besten Fall ein Vorbild dafür, mit welcher Einstellung Christen geben sollen (lies 2. Kor 9,7).
- Der ‘Zehnte’ war eine einmalige Gabe. Abraham war schon bereits vor diesem Ereignis sehr reich.
- Abraham gab nicht den ‘Zehnten’, um zu mehr Wohlstand zu gelangen. Es ging ihm gut, weil Gott ihm versprochen hatte, ihn zu segnen (lies 1. Mose 12:1-3). Dieser Segen war nicht mit der Bedingung verbunden, dass Abraham den ‘Zehnten’ geben mußte. Mit anderen Worten: er konnte sich den Segen Gottes nicht erkaufen. Gott sagte auch: ” … und du sollst ein Segen sein! … und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!” Gemäß Gal 3,13-14 steht dieser Segen auch uns heute zur Verfügung. Leider glauben viele Christen, dass man sich diesen Segen irgenwie durch das Geben des ‘Zehnten’ erkaufen muß. Gott jedoch segnet uns, wenn wir in erster Linie an Jesus Christus glauben, und nicht an den ‘Zehnten’.
2) Jakob (1. Mose 28:20-22)
20 Und Jakob legte ein Gelübde ab und sagte: Wenn Gott mit mir ist und mich behütet auf diesem Weg, den ich gehe, und mir Brot zu essen und Kleidung anzuziehen gibt 21 und ich in Frieden zurückkehre zum Haus meines Vaters, dann soll der HERR mein Gott sein. 22 Und dieser Stein, den ich als Gedenkstein aufgestellt habe, soll ein Haus Gottes werden; und alles, was du mir geben wirst, werde ich dir treu verzehnten.
Ausgehend von dieser und auch von der vorherigen Stelle wird oft argumentiert, dass das Geben des ‘Zehnten’ bereits vor der Gesetzgebung notwendig war und regelmäßig praktiziert wurde. Jedoch sehen wir in diesem Beispiel, dass auch Jakob die freie Entscheidung traf, den ‘Zehnten’ zu geben. Genau wie Abraham war er in keinster Weise gesetzlich dazu verpflichtet. Aber was genau hat Jakob hier gesagt:
A) Er legte ein Gelübde ab. Es gibt übrigens keinen Beleg dafür, dass er dies auch eingehalten hat und wirklich den ‘Zehnten’ gab.
B) Er stellte 5 Bedingungen, die Gott zuerst erfüllen sollte:
- Wenn Gott mit mir ist
- Wenn Gott mich behütet
- Wenn Gott mir Brot zu essen gibt
- Wenn Gott mir Kleidung anzuziehen gibt
- Wenn ich in Frieden zum Haus meines Vaters zurückkehren kann (was erst ca. 20 Jahre später geschah)
DANN, und nur dann kann Gott 10% von dem haben, was er mir geben wird. Wenn das die übliche Vorgehensweise war, wie damals der ‘Zehnte’ gegeben wurde, dann würde das nichts anderes bedeuten, als dass wir zuerst einmal eine Liste mit all unseren Wünschen anfertigen dürfen. Und wenn Gott alle diese Wünsche erfüllt hat (und nur dann), würden wir ihm 10% von dem zurück geben, was er uns zuvor gegeben hat. Dieser Gedanke ist ebenfalls sehr absurd.
Im Übrigen lässt die Stelle in 1. Mose 28 eine wichtige Frage offen: wem genau gab Jakob den ‘Zehnten’? Gab er den ‘Zehnten’ direkt zu Gott? Nein, denn niemand hat Gott je gesehen. Gab er den ‘Zehnten’ den Engeln? Nein, denn Engel brauchen keinen ‘Zehnten’, da sie dafür keine Verwendung haben. Gab er den ‘Zehnten’ der Gemeinde? Nein, denn die Gemeinde entstand erst im Neuen Testament. Brachte er den ‘Zehnten’ in den Tempel? Nein, denn auch der Tempel war noch nicht vorhanden. Gab er den ‘Zehnten’ den Leviten? Nein, denn es gab noch keine Leviten. Wem also gab Jakob den ‘Zehnten’? Die Bibel beantwortet diese Frage nicht. Es könnte höchstens die Vermutung naheliegen, dass Jakob eventuell mit dem ‘Zehnten’ den Armen geholfen hat, doch das bleibt Spekulation.
Fazit: Wenn man von diesen beiden Bibelstellen behauptet, dass der ‘Zehnte’ bereits vor der Gesetzgebung notwendig war und regelmäßig praktiziert wurde und daher für die neutestamentliche Gemeinde Pflicht ist, liest man etwas in die Bibeltexte hinein, was dort so nicht steht.



